Öltank demontieren & entsorgen lassen
Der Komplettausbau ist die endgültige Lösung: Tank raus, Raum zurück, Kapitel geschlossen. Hier steht, wie der Fachbetrieb vorgeht, was die Demontage kostet — und welche Papiere Sie sich am Ende unbedingt aushändigen lassen.
Was zur Demontage gehört
- Restöl abpumpen — brauchbares Öl wird weitergegeben oder verrechnet, nicht bezahlt „entsorgt“.
- Reinigung und Entgasung — Pflichtbaustein vor jedem Zerlegen: Öldämpfe im Tank sind explosionsgefährlich.
- Zerlegen und Abtransport — geschweißte Stahltanks werden im Keller zerschnitten, Batterietanks zerlegt; Füll-, Entnahme- und Lüftungsleitungen werden mit zurückgebaut.
- Verwertung mit Nachweis — der gereinigte Tankkörper geht in die Schrott- bzw. Kunststoffverwertung, die Abfälle dokumentiert an zugelassene Entsorger.
Ihre Unterlagen am Ende: Fachbetriebs-Bescheinigung über die ordnungsgemäße Demontage + Entsorgungsnachweis. Beides brauchen Sie für die Wasserbehörde und spätestens beim Hausverkauf. Private Haushalte sind bis 2 Tonnen gefährlichen Abfalls pro Jahr von der förmlichen Nachweispflicht ausgenommen (NachwV) — die Nachweisführung übernimmt der beauftragte Fachbetrieb. Lassen Sie sich die Entsorgungsbescheinigung IMMER aushändigen.
Warum kein Job für Eigenregie
Wer fachbetriebspflichtige Arbeiten (z. B. Stilllegung oder Demontage eines Erdtanks) selbst oder durch einen nicht zertifizierten Betrieb ausführen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit — der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 € (§ 103 Abs. 1 Nr. 3a i. V. m. Abs. 2 WHG). Dazu kommen praktische Risiken: Öldämpfe im Tank sind beim Aufschneiden explosionsgefährlich, und die private Haftpflichtversicherung deckt Schäden aus unzulässiger Eigenarbeit in der Regel nicht. Die Fachbetriebspflicht gilt für alle Kellertanks über 1.000 Liter und für jeden Erdtank — Oberirdische Heizöltanks bis 1.000 Liter (Gefährdungsstufe A) sind von der Fachbetriebspflicht ausgenommen. Die Grenze ergibt sich aus der Gefährdungsstufen-Tabelle des § 39 AwSV in Verbindung mit § 45 Abs. 1 Nr. 4 AwSV — sie gilt NUR für oberirdische Tanks, nie für Erdtanks.
Häufige Fragen
- Was kostet es, einen Öltank ausbauen und entsorgen zu lassen?
- Anbieter nennen für Kunststofftanks 385–700 €, für Stahltanks im Keller 700–1.500 € (geschweißt eher mehr), für Batterietank-Anlagen 1.000–2.500 €. Das sind marktübliche Spannen, keine Festpreise — entscheidend sind Volumen, Zugang und Restölmenge.
- Wie lange dauert der Ausbau?
- Ein Kunststoff-Batterietank ist oft in rund 4 Stunden draußen, ein großer geschweißter Stahltank braucht einen vollen Arbeitstag. Inklusive Restöl-Abpumpen und Reinigung liegt der Gesamtvorgang meist zwischen 4 Stunden und 2 Arbeitstagen.
- Was passiert mit dem alten Tank?
- Nach Reinigung und Freigabe geht der Stahlkörper als Metallschrott (AVV 17 04 05) in die Verwertung, Kunststofftanks als Kunststoffabfall (AVV 17 02 03). Ölschlämme und Reinigungsrückstände sind gefährlicher Abfall (AVV 16 07 08*) und werden dokumentiert entsorgt.
Unverbindliche Anfrage — zertifizierte Fachbetriebe
Schildern Sie kurz Ihr Anliegen (Öltank stilllegen oder entsorgen). Wir prüfen nach Ihrer Anfrage, ob ein geeigneter, nach § 62 AwSV zertifizierter Fachbetrieb in Ihrer Region verfügbar ist — kostenlos und unverbindlich. Eine Vermittlung können wir nicht garantieren; Sie entscheiden anschließend frei über jedes Angebot.